Kitap 8
In demselben Winter stießen zu den-Athenern aufSamos noch, andere fünf und dreißig Schiffe von Haus unter den Feldherrn Charminos, Strombichides und Euktemon. Danach zogen.sie auch die Schiffe von Chios und sämmtliche übrigen an sich und.wollten dann unter sich loosen, um mit einem Theil der Flotte Milet anzugreifen und gegen Chios sowohl Schiffe, als auch die.Landtruppen zu schicken.!.Und also thaten sie auch: Strombichides nämlich und Onomakles und Euktemon, mit dreißig Schiffen und einem Theil der für Milet bestimmten tausend Schwerbewaffneten ans Transportschiffen, erloosten für sich Chios und gingen dahin unter Segel, die Andern^) blieben mit vier und siebzig Schiffen bei Samos zurück, kreuzten.in jenen Gewässern mit überlegener Macht und versuchten Angriffe auf Milet.
Astyochos aber, welcher .-sich damals auf Chios befand, um,des zu befürchtenden Verrathest wegen Geißeln auszuheben, hielt damit inne, als er hörte, daß die Schiffe unter Theramenes angekommen seien und es jetzt besser um ihre Bundesgenossenschast stehe, nahm die zehn Peloponnesischen und zehn Ehiische Schiffe und machte einen Angriff aus Pteleon. Er konnte jedoch diesen Platz nicht nehmen und segelte dann an der Küste hin gegen Klazomenä. Hier befahl er , die athenisch gesinnte Partei solle -sich weiter landeinwärts in DaphnuS ansiedeln und die Andern sollten zu ihm übergehen/ Auch TamoS, der Unterstatthalter in Jonien, rieth ihnen dazu. Da jene aber kein Gehör gaben, so machte er einen Angriff auf die Stadt, die keine Mauern hatte, konnte sie aber nicht nehmen, und so segelte er selbst bei starkem Winde gegen Phokäa und Kyme, die andern Schiffe aber gingen bei den kleinen Inseln vor Anker, welche vor Klazomenä liegen, Marathussa, Pele und Drymuffa. Hier blieben sie der Stürme wegen acht Tage liegen, und was die Klazomenier an Hab und Gut hither in Sicherheit gebracht hatten, das raubten sie theils und zehr- 27 ) EharminoS. Phrynichol. Skirvnide^ Denn ThrasykleS VIII, 17. 19 war wohl schon wieder heimgekehet. wie Leon und Diomedon. VIII, 54 (Haacte)^.'» N' 412 v. Chr, ten es auf, theils luden sie's auf ihre Schiffe und fuhren dann nach . Phokäa 28) und Kyme zum Astyochos......
Während dieser sich hier aufhielt, kamen Gesandte von den Lesbiern, die wieder von den Athenern abfallen wollten^), und ihn selbst zwar wußten sie zu gewinnen, aber die Korinther und,die andern Bundesgenossen waren dazu unlustig wegen der früheren Schlappe, und so.lichtete er die Anker und steuerte gen EhioS. Die Schiffe wurden/unterwegs durch Stürme.verschlagen, und erst später kamen sie bei Chios-zusammen, das. eine daher, das andere dorther. Darauf setzte auch Pedaritos, der eben damals zu Land von Milet aus in Erythrä angekommen war, mit seinem Heere nach Chios über. Er hatte nämlich auch gegen fünfhundert Mann mit schwerer Rüstung bei sich, welche von den fünf Schiffen unter Chalkideus übrig waren.- Da nun wieder einige Leebier Antrage wegen ihres Abfalls machten, so that-Astyochos dem Pedaritos und den Chiern den Vorschlag, sie sollten mit den Schiffen hinfahren und den Abfall von Lesbos bewirken. Denn entweder würden sie so ihre Bundesgenossen vermehren, oder doch den Athenern, selbst wenn sie ihren Zweck nicht erreichten. Schaden thun. Die Chier aber gaben kein Gehör und auch Pedaritos sagte, er könne ihm die Chiischen Schiffe nicht überlassen.
So nahm also Astyochos die fünf Korinthischen Schiffe und dazu ein sechstes aus Megara und ein HermionischeS zu den Lakonischen, die er selbst mitgebracht hatte, und fuhr nach Milet ab, um daselbst das Flottenkommando zu übernehmen, indem er gegen die Chier viele Drohungen auSstieß, daß er ihnen, gewiß, nicht helfen werde, wenn sie ihn einmalbrauchten. BeimIorgebirge Korykos aus dem Gebiet von Erythrä ging er an's^Land, um da die Nacht zuzubringen. Die Athener von Samos aber, welche auf der Fahrt gegen ChioS begriffen waren, gingen mit ihrer Macht auf der andern Seite vor Anker, so daß nur der Berg zwischen ihnen lag. Sie merkten aber gegenseitig Nichts von einander. Als nun bei Anbruch der Nacht von Pedaritos ein Schreiben kam, daß kriegsgefangene erythräische Männer von Samos nach Erythrä zurückgekommen seien, von den 2S) Das von Athen abgefallen war (Kr.). 29)) Schon früher abgefallen waren Methymne und Mhttlene, VIII. N, und Eresos 23, aber wieder unterjocht.worden (Poppo). Athenern zu dem Zweck abgeschickt, ihnen ihre Vaterstadt durch Ver 412 v. Chr. rath in die Hände zu liefern, so ging Astyochos sogleich wieder unter Segel nach Erythrä, und es fehlte nur wenig, so wäre er aus die Athener gestoßen. ES kam nun auch Pedaritos von Chios zu ihm herüber gefahren, und sie untersuchten die Sache wegen des angeblichen VerrathS, fanden aber, daß die Männer daS Alles nur zum listigen Vorwand genommen hatten, um nur von Samos wegzukommen, und so sprachen sie dieselben von dem Verdacht frei und fuhren wieder ab, der Eine nach Chios zurück, der Andere nach Milet, wie er beabsichtigt hatte.
Unterdessen war auch die Macht der Athener, als sie mit ihren Schiffen um KorykoS herumfuhren, bei ArginoS auf drei Kriegsschiffe der Chier gestoßen, und gaben denselben Jagd, sobald sie ihrer ansichtig wurden. Es brach aber ein gewaltiger Sturm los, und die Fahrzeuge der Chier entkamen mit knapper Noth in den Hafen, von denen der Athener aber wurden drei, welche am weitesten vorgegangen waren, arg mitgenommen und bei der Stadt der Chier an die Küste geschleudert, ihre Mannschaft theils gefangen, theils getödtet; die übrigen flüchteten sich in den Hafen Phoinikus am Fuß des MimasgebirgeS. Von da fuhren sie dann nach Lesbos, wo sie vor Anker gingen und sich zur Belagerung anschickten.
Vom Peloponnes ging in demselben Winter der Lakedämonier Hippokrates mit zehn Thurischen Schiffen, welcheDorieus, des Diagoras'Sohn, selbdritt befehligte, dazu einem Lakonischen und einem Syrakusanischen in See und fuhr nach Knidos Dieser Staat war aber auf Anstiften des Tissaphernes bereits abgefallen. Als die in Milet die Ankunft jener erfuhren, befahlen sie ihnen, mit der Hälfte der Schiffe Knidos zu bewachen, mit den übrigen aber, die bei Triopion Stellung hatten, die von Aegypten ansegelnden Lastschiffe 2') zu kapern. Dieß Triopion ist nämlich ein Vorgebirg auf dem Küstengebiet, von Knidos mit einem Tempel des Apollo. Die Athener aber erhielten davon Kundschaft, kamen von Samos herbeigefahren und nahmen die bei Triopion auflauernden sechs Schiffe 30) Athens Anhänger waren. Olymp. 92, l. aus Thuria vertrieben, nach Plutarch Leben der !0 Redner und LysiaS (Kr.). 31) Die wohl mit Getreide für die Athener befrachtet waren (Kr.). 412 v. Chr. weg, deren Mannschaft die Fahrzeuge im Stich gelassen hatte. Darauf segelten sie gegen Knidos, machten einen Angriff auf die Stadt, die keine Besestigungswerke hatte, und hätten sie um ein Kleines genommen. Am folgenden Tag griffen sie von Neuem an, jene aber hatten sich über Nacht besser geschützt, und auch die flüchtige Mannschaft der Schiffe von Triopion hatte sich in die Stadt geworfen, und so konnten die Athener ihnen nicht mehr so leicht etwas anhaben. Sie ließen also-von der Stadt ab, verwüsteten das Gebiet der Knidier und segelten nach Samos zurück.
Als um dieselbe Zeit Astyochos zur Flotte nach Milet gekommen war, hatten die Peloponnesier in ihrem Lager noch Alles in Fülle. Denn es wurde ihnen genügender Sold ausgezahlt und die Soldaten zehrten auch noch von der in JasoS gemachten reichen Beute, und auch die Milesier lieferten die Kriegsbedürfnisse bereitwilligst. Gleichwohl schien den Pelovonnesiern der von Chalkideus mit dem TissapherneS abgeschlossene erste Vertrag mangelhaft und nicht sehr zu ihrem Vortheil zu sein, und sie schloßen deßhalb, während Theramenes noch anwesend war, einen neuen ab; — derselbe lautete also:
„Vertrag der Lakedämonier und ihrer Bundesgenossen mit dem König Dareios und den Söhnen des Königs und TissapherneS, daß Friede und Freundschaft gehalten werde unter diesen Bedingungen:
„Alles Land und alle Städte, welche dem König DareioS gehören, oder seinem Vater oder seinen Vorfahren gehörten, gegen die dürfen weder die Lakedämonier, noch die Bundesgenossen der Lakedämonier in kriegerischer oder sonst schlimmer Absicht ausziehen, und auch Abgaben dürfen weder die Lakedämonier, noch die Bundesgenossen der Lakedämonier aus diesen Städten eintreiben. Auch dürfen weder Dareios, noch die, über welche er als König herrscht, gegen die Lakedämonier oder deren Bundesgenossen, in kriegerischer oder sonst schlimmer Absicht ausziehen. Wenn aber die Lakedämonier oder ihre Bundesgenossen, den König um etwas angehen, oder der König die Lakedämonier oder ihre Bundesgenossen, so soll das zu thun statt 32) Die Söhne hielt man ohne ausdrückliche Erwähnung nicht für mitverpflichtet. (Arnold.) haft sein, worin sie gütlich übereinkommen. Den Krieg gegen die 412 v. Chr. Athener und deren Bundesgenossen sollen beide gemeinsam führen; wenn sie aber Frieden schließen, so sollen beide denselben gemeinsam schließen. Für alle Truppen aber, welche auf des Königs Einladung in dessen Gebiet sind, soll der König die Kosten tragen. Wenn aber einer der Staaten, welche mit dem König Verträge geschlossen haben, das Land des Königs angreisen sollte, so sollen die Andern es hindern und dem König nach Kräften beistehen; und wenn Einer von denen im Gebiet des Königs, oder über welche der König Oberherr ist, das Land der Lakedämonier oder ihrer Bundesgenossen angreisen sollte, so soll der König es hindern und jenen, nach Kräften beistehen."
Nach dem Abschluß dieses Vertrags übergab Theramenes dem Astyochos die Schiffe, bestieg selbst einen Schnellsegler, der in See ging,, und ist seitdem spurlos verschwunden^). Die Athener von Lesbos aber waren unterdeß bereits mit ihrer Macht nach Chios übergeschifft, hatten zu Land und zu Wasser die Obmacht und befestigten Delphinion, einen Platz, der von der Landseite ohnedieß schon fest war und Häfen hatte und von der Stadt der Chier nicht weit ablag. Die Chier aber, die schon in vielen früheren Gefechten sehr empfindlich geschlagen worden waren und auch sonst unter sich nicht in der besten Eintracht lebten, sondern von gegenseitigem Argwohn erfüllt waren, da schon Tydeus und Ion und die Männer ihrer Partei wegen Athenischer Gesinnung von Pedaritos waren hingerichtet worden, und die übrige Bürgerschaft nur durch Zwang im Gehorsam gegen die Oligarchen erhalten werden konnte, legten die Hände in den Schooß, und unter diesen Umständen schienen sie weder sich selbst, noch auch die Hilfstruppen unter Pedaritos stark genug, um den Kampf zu wagen.- Sie schickten indeß nach Milet'und ließen den Astyochos bitten, ihnen zu Hilfe zu kommen. Da dieser aber kein Gehör gab, so schrieb Pedaritos seinetwegen nach Lakedämon, daß er seine Pflicht nicht thue. Bei Chios nun stand es mit den Athenern also; ihre Schiffe von Samos aber machten unterdessen Versuche gegen die in Milet; da diese aber nicht zum Kampfgegen sie ausführen, so kehrten sie wieder nach Samos zurück und hielten sich ruhig. 83) Umgekommen, man weiß nicht wie (Ar,). -
412 v. Chr. Vom Peloponnes fuhren in demselben Winter auch die sieben und zwanzig Schiffe ab, welche durch Vermittelung des KalligeitoS aus Megara und des KyzikenerS Timagoras von den Lakedämoniern für Tissaphernes ausgerüstet worden waren, und segelten zur Zeit der Sonnenwende gegen Jonien. Als Befehlshaber fuhr mit der Spartiate Antisthenes. Zugleich schickten die Lakedämonier auch eilf'spartanische Männer als Nathgeber mit für AstyochoS. Deren Einer war Lochas, des ArkefilaoS Sohn. Diesen war befohlen, wenn sie nach Milet gekommen wären, sowohl im Uebrigen dafür Sorge zu tragen, auf welche Art Alles auf's Beste einzurichten wäre, und eben dieselben Schiffe, oder auch mehr oder weniger nach dem HelleSpont zu PharnabazeS zu schicken, wenn sie es für gut fänden, und den KlearchoS, deS RhamphiaS Sohn, der mit ihnen abfuhr, über diese Schiffe zu setzen; den AstyochoS aber solle man, wenn es den Eilfmännern so gut schiene, des Kommando's über die Flotte entheben und an seiner Statt den AntistheneS einsetzen. Denn in Folge der Briefe deS Pedaritos hatten sie gegen jenen Verdacht geschöpft. Diese Schiffe nun segelten von Malea aus über die hohe See und landeten bei MeloS. Hier trafen sie auf zehn Athenische Schiffe und nahmen deren drei ohne die Mannschaft und verbrannten sie. Danach nun fürchteten sie, daß die von Melos entkommenen Schiffe der Athener denen in Samos ihre Fahrt melden würden, wie denn das auch wirklich geschah, und deßhalb fielen sie ab gegen Kreta zu und machten einen Umweg und landeten bei Kaunos in Asien. Daselbst hielten sie sich für sicher und schickten Botschaft zu der Flotte bei Milet, daß man sie mit Geleit abhole.
Die Chier aber und Pedaritos schickten um dieselbe Zeit, obgleich AstyochoS sich so unwillig zeigte, trotzdem Boten an ihn und verlangten, er solle ihnen in ihrer Einschließung mit sämmtlichen Schiffen zu Hilfe kommen und nicht unthätig zusehen, wie die größte der bnndeSgenössifchen Städte in Jonien vom Meere abgeschnitten und zu Lande durch Raub und Plünderung geschädigt würde. Die Sklaven der Chier nämlich, die dort in sehr großer Zahl und nach Lakedämon vielleicht in der größten Zahl vorhanden sind und zugleich wegen ihrer Menge für alle Vergehungen sehr streng bestraft werden, waren größtentheils allsogleich zu den Athenern übergelaufen, als de ren Macht sich in einer starken Verschanzung festgesetzt hatte, und da 412 v. Chr. sie die Landesgelegenheit sehr gut kannten, so fügten sie den Chiern den größten Schaden zu. Dem Astyochos also ließen die Chier sagen, er müsse ihnen zu Hilfe kommen, so lange noch Hoffnung und die Möglichkeit vorhanden sei, die Athener an der Befestigung von Delphinion, die noch nicht vollendet war,- zu hindern, und während die Feinde auch mit den größeren Schanzen um ihr Feld- und Schiffslager noch nicht fertig geworden wären. Astyochos nun, obgleich er wegen feiner damaligen Drohung eigentlich nicht sehr willig war, schickte sich doch an, ihnen zu Hilfe zu kommen, weil er auch die Bundesgenossen dafür gestimmt sah.
Jetzt kam aber die Botschaft von Kaunos an, daß die sieben und zwanzig Schiffe und seine Lakedämonischen Rathgeber angekommen seien, und da er der Ansicht war, daß Alles zurückstehen müsse gegen die Gelegenheit, so viele Schiffe zur Befestigung ihrer Herrschaft in jenen Gewässern zu vereinigen, und gegen die Pflicht, den Lakedämoniern, die doch zu seiner Beaufsichtigung gekommen waren, sicheres Geleit zu geben, so gab er den Plan wegen Chios allsogleich auf und segelte ab gen Kaunos. Im Vorbeifahren ging er bei dem Meropischen Kos^) an's Land und plünderte die Stadt, welche keine Mauern hatte und durch das gewaltigste Erdbeben seit Menschengedenken in Trümmer gefallen war, da die Bewohner sich in die Berge geflüchtet hatten. Auch weiter über das Land hin ließ er streifen und Beute machen, wobei er nur die Freien verschonte, die er wieder frei gab. Von KoS kam er noch zur Nachtzeit nach Knidos, ließ sich aber durch die Bitten der Einwohner bewegen, seine Mannschaft nicht an's Land gehen zu lassen, sondern sofort gegen die zwanzig Athenischen Schiffe loszugehen, mit welchen Charminos, einer der Feldherrn von Samos, jene sieben und zwanzig vom Peloponnes angesegelten Fahrzeuge beobachtete, die eben auch Astyochos aufsuchte. Sie hatten nämlich in Samos von Melos her Botschaft erhalten, daß jene ansegelten. und'CharminoS hatte die Bewachung der Gegend von Syme und Chalke und Rhodos und Lykien übernommen, denn er wußte bereits, daß jene schon in Kaunos waren. 84) Meropisch steht überflüssig; eS gibt nur ein KoS.
412 v. Chr Astyochos segelte also, wie er war, gegen Syme, bevor noch seine Ankunft verrathen würde, um vielleicht die'Schiffe auf hoher See zu überraschen. Aber Regen und Nebel'verurfachten, daß seine Schiffe in der Dunkelheit den Weg verloren und in Unordnung geriethen. Bei Sonnenaufgang war daher sein Geschwader zerstreut, und als ein Theil desselben, der linke Flügel-nämlich, den Athenern in Sicht kam, während der andere noch-in der Nähe der Insel herumirrte, so fuhren Charminos und die Athener rasch auf dieselben los, jedoch nicht mit all ihren zwanzig Schiffen, da sie glaubten, es seien jene die Schiffe von Kaunos, denen sie auflauerten. Und gleich im ersten Anlauf versenkten sie drei derselben und beschädigten andere sehr stark, so daß sie also soweit siegreich waren, bis ganz unerwartet auch die größere Zahl der Schiffe erschien und sie von allen'Seiten eingeschlossen waren. Nun wendeten sie sich zur Flucht und verloren dabei sechs Schiffe.; mit den übrigen entkamen sie nach der Insel Teutlussa, und von: da nach Halikarnaß.. Die Peloponnesier liefen dann in Knidos ein, wo sie sich mit den sieben und zwanzig Schiffen aus Kaunos vereinigten, segelten mit allen zusammen aus und errichteten ein Siegeszeichen aus Syme, worauf sie wieder bei Knidos vor Anker gingen. ' ... - ' ^
Die Athener nun in Samos, als sie von dem Seegefecht Nachricht erhielten, fuhren mit sämmtlichen Schiffen gegen Syme auS, machten aber keinen Angriff auf die Flotte in Knidos, wie auch diese nicht auf sie, sondern nahmen nur das Schiffsgeräthe^) auf Syme weg, machten einen Angriff auf Bryma am Festland und segelten dann wieder nach Samos zurück.
Sämmtliche Peloponnesische Schiffe vor Knidos setzten sich jetzt wieder in guten Stand, wo Ausbesserung nöthig geworden war, und die Eilsmänner der Lakedämonier verhandelten unterdessen mit TissapherneS, — denn dieser war angekommen — sowohl über das bereits Geschehene, .falls ihnen etwas nicht gefiel, als auch über die weitere Kriegführung, auf welche Weise nämlich dieselbe für beide Theile auf's'Beste und Vortheilhafteste eingerichtet werden könnte. Vor Allen war es Lichas, der das Geschehene scharf in's Auge faßte und 85) Vergl. VIII, 28 und Ann. iS. auch erklärte, daß keiner der beiden Verträge, weder der des Chalki 412 v. Chr deus, noch der des Theramenesj.aufweine.'ihrer Ehre entsprechende Weise "abgefaßt sei; vielmehr sei es sehr bedenklich, wenn der König den Anspruch erhebe, auch jetzt noch über, all das Land zu herrschen, über welches er und. seine Vorfahren früher einmal geherrscht hätten. Denn darin liege, daß auch sämmtliche Inseln und Thessalien und die Lokrer und das Land bis zu den Böotern hin^) wiederum'der Knechtschaft verfallen sollten,- und auf diese Weise würden die Lakedämonier den Hellenen, anstatt der Freiheit,'die Medische Herrschaft bringen. Er verlangte demnach, daß andere verbesserte Verträge abgeschlossen, oder wenigstens die bestehenden außer Kraft gesetzt würden; und auch eines Unterhaltes auf solche Bedingungen hin bedürften sie durchaus nicht. Tissaphernes aber ward darüber unwillig und reiste erzürnt ab, ohne daß es zu einer Vereinbarung gekommen wäre..
Die Peloponnesier faßten nun den Plan, gegen Rhodos zu segeln, denn die'mächtigsten Männer daselbst luden sie ein zu kommen, und sie hofften, diese Insel ihrem. Bunde zu gewinnen, die sowohl an Menge der Seeleute, als an Landmacht nicht schwach war, und glaubten dann in ihrer, Bundesgenossenschaft selbst stark genug zu sein, um den Tissaphernes nicht mehr angehen zu müssen, daß er den Unterhalt für ihre Flotte bestreite. Sie segelten also sofort in demselben Winter von Knidos ab und landeten zuerst mit vier und neunzig Schiffen bei KameiroS auf Rhodos. Hierüber gerieth daS Volk daselbst in^roßen Schrecken, denn sie hatten um die Verhandlungen Nichts gewußt, und Alles floh, zumal auch die Stadt unbefestigt war. Darauf beriefen die Lakedämonier diese, sowie die Bürger der beiden Städte Lindos und JalysoS.zusammen und überredeten die Rhodier, von den Athenern abzufallen.' Und so trat Rhodos zu den Peloponnesiern über. Um dieselbe Zeit .segelten auch die Athener, die von der Sache Wind bekommen hatten, mit ihren Schiffen von Samos ab, um jenen noch zuvorzukommen; sie erschienen auch auf hohem Meer, > waren aber um wenige Zeit zu spät gekommen und schifften sogleich wieder nach Chalke- und von da nach Samos zurück und setzten darauf.den Kampf fort, indem sie von Chalke und KoS 38) Biotien eingeschlossen. 412 v. Chr. und Samos aus Angriffe auf Rhodos machten. Die Peloponnefier aber erhoben von den Rhodiern an Beisteuer gegen zwei und dreißig Talente und blieben daselbst achtzig Tage ruhig liegen, nachdem sie ihre Schiffe an's Land gezogen hatten: >., ?
In derselben Zeit aber und auch schon bevor sie gegen Rhodos aufgebrochen waren, geschah das Folgende.- Alkibiades war nach dem Tode des Chalkideus und der Schlacht bei Milet denPeloponMsiern verdächtig geworden, und als von ihnen aus Lakedämon ein Brief an den Astyochos kam, daß man ihn todten solle — er war nämlich auch mit Agis verfeindet und schien überhaupt unzuverlässig — so entfloh er zuerst aus Furcht heimlich zu Tissaphernes, und wirkte dann bei demselben nach Kräften zum Schaden der Peloponnefier, indem er ihm alle jene Maßregeln an die Hand gab, wie er ihn denn auch veranlaßte, den Sold zu beschneiden, so daß, anstatt einer attischen Drachme, nur drei Obolen^), und'die nicht einmal immer, gegeben wurden. Hiebei rieth er dem Tissaphernes, jenen zu sagen, daß ja auch die Athener, die doch schon seit längerer Zeit im Seewesen Erfahrung hätten, ihrer Schiffsmannschaft nur drei Obolen gäben, und zwar nicht sowohl aus Geldmangel, als vielmehr, damit diese im Ueberfluß nicht übermüthig würden und entweder ihre Körperkraft schwächten, indem sie das Geld aus Dinge verwendeten,' welche Krankheit zur Folge haben, oder von ihren Schiffen entliefen) ohne sich aus dem pfandweise zurückgehaltenen Guthaben an ihrer Löhnung viel zu machen. Auch lehrte er ihn, die Schiffshauptleute und die Feldherrn der einzelnen Städte durch Geld zu bestechen, so, daß sich ihm diese in der That hierin gefügig zeigten, nur die Syrakufaner nicht. Denn von diesen that Hermokrates, ihr Feldherr, im Namen der ganzen BundeSgenoffenschast Einspruch..Auch wies er auf eigene Hand im Namen des Tissaphernes diejenigen Staaten zurück, welche Geldunterstützung verlangten, indem er die Chier schalt, sie seien unverschämte Leute, daß sie, die Reichsten unter allen Hellenen und doch nur durch Hilfe Anderer gerettet, jetzt verlangten, daß die Andern nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Geld in die Schanze schlagen sollten um ihrer Freiheit willen. Und den andern 37) Vergl. VIII. 29. Städten sagte er, sie thäten Unrecht, wenn sie vor ihrem Abfall den 412 v. Chr: Athenern Abgaben gezahlt hätten und jetzt nicht eben so viel, oder noch mehr, zu ihrem eigenen Besten beisteuern wollten.'Tissaphernes, sagte er, müsse jetzt aus eigenem Säckel Krieg führen, und es sei deßhalb sehr begreiflich, daß er spare; wenn aber erst die VerpflegungSgelder vom Könige angekommen wären, so werde er ihnen den Sold schon ohne Abzug auszahlen und auch den einzelnen Staaten alle Unterstützung gewähren, die füglich erwartet werden könne.
Dem Tissaphernes redete er zu, er solle sich doch nicht allzusehr beeilen, den Krieg zur Entscheidung zu bringen, und nicht durch Herbeirufung einer Phönikischen Flotte, welche er ausrüsten ließ, oder durch Soldzahlungen an noch mehr Hellenen einer und derselben Hellenischen Macht die Obmacht zu Land und zu Wasser absichtlich in die Hände spielen; er möge vielmehr zwischen beiden Parteien die Herrschaft gleich getheilt sein lassen; denn so habe der König immer die Möglichkeit, wenn der eine Theil ihm lästig werde, den andern gegen jenen aufzuhetzen. Würde aber die Herrschaft zu Land und zu Wasser in Einer Hand vereinigt, so werde er in Verlegenheit sein, mit .wessen Mithilfe er die Herrschenden bezwingen könne; er müßte denn mit großen Kosten nnd unter großen Gefahren selber auftreten und wieder einmal einen Entscheidungskampf wagen wollen. Viel einfacher sei es, mit einem geringen Theil desselben Aufwandes und zugleich mit vollkommener eigener Sicherheit die Hellenen sich unter einander aufreiben zulassen. Vortheilhafter für den König sei eS aber, wenn die Athener Theilhaber an seiner Herrschaft würden; denn sie strebten weniger nach Eroberung des festen Landes, und der ausgesprochene Zweck und die Art ihrer Kriegführung stimmten besser zum Vortheil der Perser. Denn sie gingen darauf aus, sich selbst einen Theil der Inseln zu unterwerfen und damit zugleich auch dem Tissaphernes diejenigen Hellenen, welche in des Königs Gebiet wohnten; jene aber seien im Gegentheil als Befreier gekommen, und eS habe doch keine Wahrscheinlichkeit für sich, daß die Lakedämonier jetzt Hellenen von der Herrschaft der Athener, die doch auch Hellenen seien, befreien, und nicht auch von der der Barbaren freimachen, wenn nicht gar einmal deren ganze Macht vernichten wollten. Er rieth ihm also sür's Erste, beide Theile sich schwächen zu lassen und beide mög- 412 v.. Chr. lichst zu verkürzen, bis er schließlich auch die Peloponnefier selbst wieder heimschicken könne. Und in der That stimmte dieß Alles zu den Absichten des Tissaphernes,sofern wenigstens aus dem wirklich Geschehenen darauf zu schließen ist. Er glaubte deßhalb auch, daß AlkibiadeS in diesen Dingen ihm den besten Rath ertheilt habe, und im Vertrauen auf ihn lieferte er den Peloponnesiern die Verpflegung nur kärglich und ließ eS nicht nur nicht-zu einer Seeschlacht kommen, sondern schadete ihnen auch dadurch, daß er fälschlich vorgab, die Pbönikischen Schiffe würden kommen, und sie würden so mit überlegener Macht kämpfen. Auf diese Weise benahm er der peloponnesischen Seemacht/die bereits einen so großen Aufschwung genommen hatte, die Möglichkeit, sich auf's Glänzendste zu entwickeln, und auch im Uebrigen war seine lässige Theilnahme am Kriege viel zu ausfallend, als daß es nicht hätte bemerkt werden sollen..
Solcherlei Rathschläge gab Alkibiades, nicht nur, weil er sie dem TissapherneS und dem Könige, bei denen er sich aufhielt, am vortheilhastesten erachtete, sondern auch, weil er damit zugleich sich selbst die Rückkehr in'S Vaterland anzubahnen dachte, denn er wußte wohl, daß er einmal durch Ueberredung seine Rückkehr werde durchsetzen können, wenn er jetzt Athen vor dem gänzlichen Sturze bewahre. Die Möglichkeit zu dieser Ueberredung glaubte er aber vorzugsweise in einem freundlichen Verhältnisse zu TissapherneS zu besitzen, wie sich dieß denn auch wirklich so gezeigt hat. Denn als die Athener auf Samos hörten, daß er bei jenem so viel vermöge, und zugleich auch Alkibiades selbst mit den angesehensten Männern unter ihnen Unterhandlungen anknüpfte und sie ersuchte, bei den Vornehmsten und Mächtigsten seiner zu gedenken, daß er zum Zweck der Einsetzung einer oligarchischen Regierungsform, keineswegs aber um die schlechte Pöbelherrschaft zu stützen, die ihn selbst aus der Stadt vertrieben habe, nach Athen zurückkehren und mit ihnen an der Regierung Theil nehmen wolle, wofür er ihnen die Freundschaft des TissapherneS mitbringe, so begannen theils auf diese Anträge hin, noch mehr aber aus eigener Bewegung, die Schiffsberrn und Vornehmsten der Athener auf Samos am Sturz der Demokratie zu arbeiten.
Zuerst wurde die Sache beim Heere selbst in Anregung gebracht; und später pflanzte sich die Bewegung von hier nach der Stadt? über. Auch gingen Einige von Samos zum Alkibiades hin- 4l2 v. Chr. über und-hatten Unterredungen mit -ihm,- und da er sich anheischig machte, ihnen zuerst den Tissaphernes und dann den König selbst zu Freunden zu machen >'wenn sie die Demokratie unter sich nicht länger mehr bestehen ließen, — denn so werde der König mehr Vertrauen gewinnen,' —- so faßten die Vornehmen große Hoffnungen, nicht nur, daß dies-Leitung der Geschäfte ihnen zufallen würde> die jar auch die meisten Lasten zu tragen hätten,'sondern daß sie auch ihre Feinde zu Boden drücken könnten. Nach Samos zurückgekehrt^ veranlaßten sie eine Verschwörung unter den ihnen befreundeten Männern und erklärten auch vor der Menge ganz öffentlich, daß der König ihnen Freund werden- und Hilfsgelder zahlen wolle, wenn Alkibiades zurückkehrte und die Demokratie-ein Ende nähme. " '
Der große Haufe nun; wenn er, auch im ersten Augenblick diese Pläne in gehässigem Lichte sah;' gab sich doch zur Ruhe wegen der verlockenden Aussicht auf den königlichen Solds die Befördernder Oligarchie aber, nachdem sie der Menge Mittheilung gemacht; beriet then die-Anträge des Alkibiades - nochmals unter sich und mit dem weiteren Kreis ihrer Parteigenossen.''Allen Uebrigen nun erschienen dieselben leicht ausführbar und zuverlässig, dem PhrynichoS aber, ihrem Feldherrn, wollten sie keineswegs gefallen.? Er meinte vielmehr, dem Alkibiades läge, wie dieß denn auch wirklich der Fall war, genau so wenig an der Aristokratie, wie an der Demokratie, und er denke überhaupt auf nichts Anderes,'als. wie er die jetzt bestehende Ordnung des Staates umstürzen! möchte,'um. sich dann von-seinen Genossen zurückrufen zu lassen; sie aber müßten vor Allem grade darauf am Meisten schauen, daß keine Revolution stattfände; auch liege eS keineswegs im Interesse des Königs, jetzt, wo die Peloponnesier zur See sich den -Athenern gewachsen zeigten und zugleich auf seinem Landgebiet viele Städte, und zwar nicht die unbedeutendsten, in ihrer Gewalt hätten,' sich auf die Seite der Athener zu schlagen, denen er mißtraue,' und sich so in eine schlechte Lage zu bringen, während eS doch ganz bei ihm stehe, die Pcloponnesier, - von denen er nie etwas Schlimmes befahren, sich zu Freundenzu machen. Was aber die verbündeten Städte betreffe, denen sie oligarchische Regierungsformen versprechen wollten, weil auch sie selbst die Demokratie aufzuheben ThutydideS. VIII. 19 412 v. Chr gedächten, so wisse erfrecht Wohl, daß-deßhalb weder die bereits. Abgefallenen eher zu.'ihnen, zurücktreten,.noch auch die jetzt noch bei ihnen aushielten, um so zuverlässigensein würden..Denn diese würden doch wohl.nicht die Knechtschaft;ob nun unter einem oligarchischen ,. oder einem demokratischen Staate, der Freiheit.vorziehen, .möchten sie derselben .nun lunter der.einen oder-der andern.Negierungsförm theilhaftig werden.i/s.Auch würden sie wohl nicht glauben, daß die sogenannten Trefflichen und Guten ihnen weniger würden zu.schaffeir machen, als die.Volksvartei, da jene doch nur dem Volke gegenüber die Vermittler und Lehrmeister zu allem Schlechten abgäben/woraus'sie selbst :-den größeren Nutzen zögen. Stünde es.bei jenen, >so würden höchst wahrscheinlich, die .Hinrichtungen unter ihnen 'ohne- gerechten Richterspruch und noch viel gewaltsamer stattfinden ^ während jetzt das^Volk ihre.Zuflucht sei und jene,zur Mäßigung-zwinge. Und daß bei den einzelnen Staaten wirklich diese Ueberzeugung herrsche, daS wisse .er" ganz genau-, zumal.sie auch durch die.Thatsachen gewitzigt seien?' weßhalb er sich denn auch unter?den gegenwärtigen Umständen mit-dem Vorschlagen ^s Alkibiades durchaus nicht befreunden könne.
Die versammelten Theilnehmer. der Verschwörung gingen jedoch, ihrer früheremÄnsicht entsprechend, auf die Vorschläge des Alkibiades ein-und trafen Anstalt, den Peisandros und Andere als Gesandte nach^Athen zu schicken, um dort die Rückkehr des Alkibiades -und. den Sturz der Demokratie.zu betreiben und zwifchen-Tissa? phernes-.und den.Athenern Freundschafdzu.stiften.,..
Als nun Phrynichos erfahren hatte, daßnvegen der!Rückberufung> des Alkibiades Anträge.gestellt'und das Volk dieselben, genehmigen würde, so fürchtete er, jener.'möge, wenn er wirklich zurück? gekehrt sei!, ihm, weil er gegen seine Anträge den Widerpart gehalten, als seinem Gegner, Verderben zu bereiten suchen , weßhalb er sich,zu folgender List wendete. Er schickte heimlich zum.Aflyochos,! dem Lakedämonischen .Flotten-Admiral-, der damals noch bei-Milet lag,- und schrieb ihm, daß.AtkibiadeA der Sache .der'Peloponnesier-großen Schaden thue, indem er den Tissaphernes mit den Athenern zu befreunden suche; und auch alles Uebrige theilte er ihm in seinem Briefe 38)Die Optimale», Alistokc.Ur» genau mit. Ihm selbst, meinte er, müsse man es wohl verzeihen, 412 v. Chr. wenn'er einen ihm.feindlich gesinnten Mann auch zum Nacht-heil seiner eigenen Vaterstadt ln, Schaden zu bringen suche. - Astyochos aber hatte keineswegs im Plan, am Alkibiades seine Rache auszulassen, zumal er ihn auch nicht mehr so im Bereich seiner Macht hatte, sondern er reiste zu ihm und dem Tissaphernes nach Magnesia, theilte ihnen das. aus Samos Geschriebene mit und ward so zum Verräther, nnd gab sich, wie man sagt, durch Geld bestochen, in die, Pflicht des Tissaphernes, um sowohl in diesem Fall,, als auch im Uebrigen mit ihm gemeinsame.Sache zu machen, wie er sich denn auch^,aus eben diesem Grunde gelegentlich desSoldabzugs nur sehr schwach widersetzt'hatte.'."AlkibiadeS aber schickte sogleich eine Anklage gegen den Pbrynichos an die Behörden in Samos, enthüllte, was er gethan, und verlangte'seinen.Tod. Phrynichos gerieth hierüber in die größte Bestürzung,,da'er durch diese.Anzeige in die äußerste Gefahr kam und schickte sogleich^eine zweite Botschaft an den Astyochos, indem er.ihn tadelte, daß die erste nicht mit der gehörigen Sorgfalt geheim gehalten, worden „fei. 'Dazu.schrieb er, daß ersetzt bereit sei., die'ganze Macht der Athener auf Samos ihm in die Hände.zn liefern,'so,daß er sie vernichten.könne, indem er im Einzelnen angab/wie die.Sache uss Werk zu setzen sei, da Samos unbefestigt war. Und ihm selber hürfe es^einen Tadel zuziehen, wenn er jetzt, um fein Leben aus der Gefahr zu retten, lieber dieß und.alles Andere, thue, als von den Händen seiner erbittertsten Feinde den^Tod zu leiden.'^ AstyochoS'aber theilte auch dieß dem Alkibiades mit. "
St. Araber.Phrynichos noch vorher Wind bekam, daß jener sein Verderben bereite,,und daß jeden Augenblick ein Schreiben des Alkibiades über:diese Dinge eii^aufen könne, so kam er ihm selbst zuvor und zeigte dem Heere an, daß die Feinde im Begriffe seien, einen Angriff, auf ihr Lager, zu machen, weil Samos unbefestigt und auch nicht? sämmtliche Schiffe gegenwärtig seien; er habe darüber ganz genaue.Kundschaft, und man müsse Samos so rasch als, möglich befestigen .und auch alles Uebrige.der.Sicherheit gemäß vorkehren. -Er war-nämlich Feldherr und bevollmächtigt, dieß zu thun. Man begann demnach, die Befestigung, und aus diesem Anlaß kam Samos um, so rascher.HU.festen Werken, die eSiohnedieß hatte erhalten sollen.. Der 19* 412 v. Chr, Brief des Alkibiades kam denn auch bald an und meldete, das Heer sei von Phrynichos verrathen, und die Feinde würden es überfallen. Weil man aber von der Zuverlässigkeit des Alkibiades eine schlechte Meinung hatte, so glaubte man, daß er, in Kenntniß vom Plan der Feinde, aus Feindschaft gegen den Phrynichos, diesem ein Einverständniß mit dem Feinde fälschlich zur Last lege, und so hatte dieser keinen Schaden davon, vielmehr gereichte die Meldung des AlkibiadeS seiner Aussage zur Bestätigung. - '
Danach bearbeitete Alkibiades den Tissaphernes und suchte ihn zu überreden, daß er den Athenern Freund werde. Dieser fürchtete zwar die Peloponnesier, weil sie mit einer zahlreicheren Flotte in der Nähe waren, als die Athener, hätte aber doch gern dem Alkibi'a- des gefolgt, wenn es nur irgend möglich war, besonders, seitdem er sich in Knidos von der üblen Stimmung der Peloponnesier wegen des Vertrages des Theramenes überzeugt hatte — denn dieß Alles war schon früher geschehen, als um die Zeit, wo die Peloponnesier bereits auf Rhodos standen — und damals in Knidos hatte er auch die frühere Angabe des Alkibiades, daß die Lakedämonier an der Befreiung aller Städte arbeiteten, aus dem Mund des LichaS bewahrheitet gefunden, der'es für unerträglich erklärte, wenn es im Vertrag heiße, daß der König über die Städte herrschen solle, welche er selbst oder'seine Vorfahren einmal beherrscht hätten. Alkibiades nun, da der Kampf um so wichtige'Dinge ging, strengte allen Eifer an', um im Dienste deS Tissaphernes auf denselben Einfluß zu üben.
Die Athenischen Gesandten, welche von Samos aus mit Peisandros abgesendet worden, waren unterdessen in Athen angekom^ men und hielten Reden vor dem Volke, indem sie unter vielen andern Unterstützungsgründen hauptsächlich betonten, daß es bei ihnen stünde, den König als Bundesgenossen zn gewinnen und der Peloponnesier Herr zu werden, wenn sie den Alkibiades zurückberiefen und die demokratische Regierung abändern wollten. Dem widersprachen aber viele Andere im Namen der Volksherrschast, und auch die Feinde des Alkibiades erhoben ein Geschrei, wie gefährlich eS wäre, wenn dieser Mensch die Verfassung vergewaltigen und^o feine Rückkehr durchsetzen sollte; dazu erklärten auch die vom Geschlechte des Eumolpos und Keryx 39) im Namen der Mysterien, derentwegen er ja auch verbannt 412 v. Chr. worden war, feierlichst, nnd beschworen das Volk bei allen Göttern, jenen nicht zurückzurufen. Gegen diesen zahlreichen Widerspruch und das Zetergeschrei trat aber Peisandros auf und nahm Jeden der Widersprechenden .bei Seite und fragte ihn, ob er denn noch Hoffnung habe, daß die Stadt sich retten könne, während die Peloponnesier eine nicht geringere SchiffSzahl, als sie selbst, kampfbereit in See hätten und mehr verbündete Staaten/und der König und TissapherneS ihnen auch noch Hilfsgelder zahlten, während ihre eigenen Kassen leer seien? Die'einzige Hoffnung sei, den König als Bundesgenossen zu gewinnen. Wenn ihm nun die Gefragten Recht geben mußten, so sagte er ihnen ganz unverblümt: Nun. das durchzusetzen ist uns aber nicht möglich, wenn wir nicht eine gemäßigtere Verfassung annehmen-und die Staatsämter wenigeren Männern in die Hände geben, damit der König Vertrauen zu:uns gewinne; und unter den obwaltenden Umständen berathen wirnicht sowohl über die VerfassungSform, als vielmehr über die Rettung des.Staates — später können wir ja die Sache wieder abändern, wenn uns Eins oder das Andere daran nicht gefällt —7 und den Alkibiades müssen wir zurückrufen, denn der ist von Allen, die jetzt leben, ganz allein im Stande, die Sache für uns durchzusetzen."
DaS Volk nun hörte Anfangs diese Anträge aus oligarchifche Verfassung sehr unwillig an; aber von Peisandros auf einleuchtende Weisebelehrt/daß, kein anderer Weg zur Rettung vorhanden sei, fügte es sich'schließlich, theils aus Furcht, theils in der Hoffnung, daß doch wieder einmal ein Umschwung eintreten werde. Sie beschlossen demnach: Peisandros und zehn Andere mit ihm sollten.abreisen und mit Tissaphernesund Alkibiades die Unterhandlungen anknüpfen, wie sie eS eben für'S Beste hielten. Da aber Peisandros auch den Phryntchos in ein schlechtes Licht gestellt hatte, so enthob das Volk zugleich auch diesen und seinen Mitfeldberrn'Skironides des Kommando's und schickte an' ihrer 'Statt, den Diomedon und Leon als Führer zu der Flotte. Den Phrynichos hatte nämlich Peisandros verläumdet, Jasos und den Amorges verrathen zu haben 4°); denn er 39) In deren Familie der Priesterdienst erblich war. 40) Weil er ihnen nicht zu Hilfe gekommen war (Kr.). 412 v. Chr. war überzeugt, daß derselbe sich bei den Unterhandlungen mit Alkibiades gewiß nicht gefügig zeigen werde. Auch besuchte Peisandros sämmtliche geheimeKlubs^')/ welche früher in der Stadt zu dem Zwecke bestanden, um aus. Rechtssachen und die Aemterwahlem Einfluß zu üben,' und forderte sie auf/ ihre Kräfte zu vereinen-und gemeinsam den Sturz der Volksregierung herbeizuführen: ' Auch trittUebrigen traf er zu diesen Zwecken alle Vorkehrungen, so daß sofort .zur That geschritten werden konnte, und trat dann mit den zehn Männern-die Seereise zum Tissaphernes an. ? ?! '> <
Leon aber und Diomedon, welche zuriAthenischen,Flotte abgegangen waren/unternahmen noch in . demselben Winter einen Angriff auf Rhodos. Die Schiffe der Peloponnesier trafen.sie'aus's Land gezogen/machten deßhalb selbst eine'Landung)-schlugen.die zur Abwehr-herbeigeeilten Rhodier in-einem Gefecht, und zogen dann wieder nach Chalke zurück, um lieber von hier aus, als von Kos,'den Krieg weiter zu führen. Die Ueberwachung war ihnen nämlich von hier aus viel leichter,-für den Fall, daß die Peloponnesische Flotte irgend.'wohin in See'gehen sollte. ^
Es kam ' aber nach Rhodos auch der Lakonier Kenophantidasi von Pedaritos aus Ehios hergesandt, mit der Botschaft, daßzdie Belägerungswauer der Athener schon vollendet und Chios ^gänzlich verloren sei, wenn sie nicht mit allen Schiffen zu Hilfe'kämen. Diese faßten nun den Entschluß zur Hilfeleistung. Indessen machte Peda4 ritos selbst mit den mitgebrachten HilfStruppen und der.gesammten Macht der Chier einen Angriff aus den Wall, den die Athener um ihre Schiffe gezogen, und nahm einen Theil desselben und. bemächtigte sich auch tiniger an's Land gezogenen Schiffe. Als/aber die Athener 41) Geheime Verbindungen, KlubS; — Freimaurer? (Kr.). — „Die Vornehmen griffen zu dem Mittel, welche? ihnen am nächsten lag. Gesellige Verbindungen oder Hetärien wurden zu politischen AlubS erweitert, mit der Bestimmung, daß sich die Theilnehmer gegenseitig bei Wahlen und Prozessen, unterstützen sollten. Bald bildeten diese Klubs eben so viele Cliquen gegen einander und suchten einander den RaNg ab. zulaufen; dann wieder vereinigte sich die eine und andere, um eine dritte zu stürzen, oder irgend eine Maßregel zum eigenen Vortheil durchzusetzen. So lag in den Hetärien damals da? bewegende Element deS öffentlichen Lebens." <Droysen.) — Man dergleiche den strengere Tadel des Thukydide» gegen solche Sonderdündeleien. III. 82." (Arnold.) verstärkt-.- herbeieilten "undDersttdie-Cl)ier -zurückgedrängt hatt«n,wm 412 v. Chr. dendann auch die Truppen deS Pedaritos'besiegt, und'er selbst sammt vielen Chiern kam dabei ilm/undnuch viele Waffen? wurden^erbeutet.
' Seitdem wurden ^die''Chier>zu'Land und.>zu Wasser .noch enger eingeschlossen, als?früher,? und die Hungersnoth'lwar'daselbst, sehr drückend.
Die Gesandten der Athener 'mit Peisandros waren indeß zu Tissaphernes gekommen und' unterhandelten wegenteines Vertrags. Alkibiades nun ,' da erder Zustimmung von-Seiten des Tissaphernes . nicht brecht sicher war/ weil dieser die Peloponnesier doch-mehrfürchtete und auch jetzt noch lieber beide Theile schwächen wollte,wie et ja auch von-jenem selbst belehrt-worden wär —"'nahin.' seine'Zuflucht zu? folgender Auskunft. ? Er veranlaßte den Tissaphernes,. so große Forderungen:-an die Athener-zustellen, >daß der Vertrag nicht zu Stande kommen konnte: Es.scheint mir aber, daß eben dieß auch in^der,Absicht des Tissaphernes gelegen habe; und zwar eben wegen jener.Furcht. Alkibiades aber ,- Hals, er sah, daß jener ohnehin keine Lust nqchz einem Vertrag Habe, wollte doch nicht den Athenern gegenüber ^so dastehen, als ob er ihnnicht.überreden könne, sondern,gab der Sache -das. Ansehen, -als, ob Tissaphernes ^bereits^gewonnen zsei und zu,den Athenern übertreten wolle , diese aber nicht genügende Zugeständnisse machten. Indem er nämlich im Namen des anwesenden Tissaphernes sprach, steigerte er die.Anforderungen^der.Art.' daß die Athener, obgleich sie? auf viele seiner Forderungen eingingen, dennoch selber die Schuld zu tragen schienen. / Er und Tissaphernes «verlangten nämlich, daß ganz Jonien »abgetreten würde, und-dann wieder die nahe liegenden Jnseln und Anderes, und als die Athener sich dem nicht.widersetzten, «zuletzt bei der dritten Zusammenkunft, aus Furcht, eS möchte seinegänzliche tzinflußlosigkeit, an denTag kommen, stellte er-dit' Forderung,- dem König.sei die -BefngniH zuzugestehen, -eine Flotte zu -bauen und. mit, jeder-beliebigen Schiffszahl alle Küsten ihres eigenen Gebietes zu befahren.? Damit yber war es aus: die Athenev erklärten das für unmöglich und glaubten sich von Alkibiades hinter? Licht geführt; und so reisten sie erzürnt ab und fuhren nach,Sam?s.zurück.
Tissaphernes .aber erschien sogleich dayach. und >noch, in 412 v. Chr. demselben Winter zu Kaunos'/'in''der-Abficht, die Peloponnesier wieder.nach Milet zu bringen und nach.. Abschließnng seines neuen Vertrags'/so günstig er ihn eben erlangen könNe, ihnen, wieder die Verpflegung zu liefern,'damit er--sich.nicht ganzund-gar Mit ihnen verfeinde. "Er fürchtete nämlich;: daß sie'wegen Mangels an Unter, halt für so viele Schiffe sich genöthigt sehen könnten, den Athenern eine Seeschlacht zu liefern,', und. dabei geschlagen-würden, oder daß die Mannschaft - ihre Schiffe im! Stiche, lassen > l und die Athener so^ihren Zweck ohne sein Zuthun «erreichen würden. Am allermeisten aber fürchtete er, sie möchten, um Lebensunterhalt izu finden, das Festland plündern. In Berechnung und Voraussicht aller dieser Dinge,-und.cwie es-denn überhaupt seine Absicht war«,, unter den Hellenen ein Gleichgewicht der Macht herzustellen, ließ er die Peloponnesier zu sich einladen, gewährte ihnen die Verpflegung!und schloß mit ihnen den folgenden dritten Vertrag abj . > > > 1 i)
,,Jm dreißigsten Jahre der königlichen'Regierung des Dareios, als zu LakedäiNon Alexippidas Ephore'war) ist'in'der Ebene des Flusses Mäander zwischen den Lilkedämoniern'und ihren Bundesgenossen einerseits'und Tissaphernes/'Hieramenes und den Söhnen des Pharnakes andrerseits, in Sachen des Königs, der Lakedämonier und ihrer Bundesgenossen'der folgende Vertrag geschlossen'worden^ !?.' -
„Alles Land des Königs/soweit es in Asien liegt,' soll ihm verbleiben, und über sein eigenes Land soll der König'verfügen' nach Gutdünken^ Die'Lakedamonier und ihre Bundesgenossen sollen nicht in irgend welcher feindlichen Absicht gegen das Land des Königs ziehen', noch'auch der König gegen das Land der Lakedämonier oder ihrer Bundesgenossen in irgend einer feindlichen Absicht! Wenn aber von' den Lakedämoniern oder ihren Bundesgenossen Einer in feindlicher Absicht gegen-das Land des Königs ziehen sollte) so solleti^die Lakedämonier und ihre Bundesgenossen es hindern; und wenn Einer aus dem Lande des Königs in feindlicher Absicht gegen die Lakeda^ monier oder ihre Bundesgenossen auSzieheu sollte) so soll derMnig 42) Nur noch von Xenophon, Hellen. ^Gesch. Il, l, 9, erwähnt', hier wohl nur genannt, weil er Gemahl der Schwester'de»' ldäreioS war. (Arnold.^ > es hindern. Den jetzt, gegenwärtigen Schiffen soll Tissaphernes, dem 412 v. Chr, Vertrage gemäß^die Verpflegung liefern, bis die Schiffezdes Königs ^ kommen werden. Den Lakedämoniern und ihren Bundesgenossen sollieS; wenn^die Schiffe des Königs angekommen sind, freistehen, ihre Schiffe, wenn; sie ^wollen, in eigene Verpflegung zu nehmen. Wenn sie aber.von Tissaphernes dje.Verpflegung nehmen wallen, so !>' soll Tissaphernes sie liefern, und, die Lakedämonier. und ihre. Bundes- i'z genossen-sollen dann nach Beendigung :des Krieges dem Tissaphernes das Geld zurückzahlen,- soviel »sie ^erhalten haben. Wenn aber.die Schiffe des Königs ^?).gekommen .sind, so sollen die, Schiffe ,der Lakedämonier und ihrer^ Bundesgenossen und die des-Königs.>den Krieg gemeinsam führen, so wie eS dem Tissaphernes und den Lakedämoniern'und ihren Bundesgenossen gut dünken wird; und.wollen sie mit den Athenern Frieden schließen, so soll dieß unter den gleichen Bedingungen geschehen? , >
Unter diesen Bedingungen-wurde der Vertrag abgeschlossen, und darnach traf Tissaphernes Anstalten, sowohl um die Phönikischen Schiffe herbeizuholen, wie verabredet war, als auch-sonst, seinen Versprechungen-nachzukommenwenigstens betrieb erjabsichtlich diese Anstalten vor Aller Augen, z . - ^ ^ ^
'.Als dieser Winter bereits-zu Ende ging, nahmen-die Böoter durch Verrath die Stadt Oropos, wo die Athener, eine Besatzung liegen hatten. ES hatten dabei Männer auS den Eretriensern und den Oropiern selber mitgewirkt, welche auf den Abfall Euböa's hinarbeiteten. Denn da jener Platz sehr nah bei Eretria lag, so war eS nicht zu verhindern, daß die Athener, so lange sie im Besitz desselben waren, sowohl- Eretria .vie dem ^übrigen -Euböa,großen Schaden zufügten. Einmal-im Besitz von Oropos, schickten die?Eretrienser sogleich nach'Rhodos,x.um die Peloponnesier nach Euböa zu rufen. Diese aber hatten>mehr'im.Plan, dem bedrängten.ChioS zu Hülfe/zu kommen, stachen mit allen Schiffen in See unh fuhren-von Rhodos.ab. Auf der Höhe von Triopion-angelangt, bekamen sie die Athenischen Schiffe auf-.hohem Meer in Sicht/ die von Chalke her ansegelten-, und da kein, Theil. Miene zum Angriff machte, so kamen 43) Dir phSnikischrn. 412 v. Chr. dieMhener ?chSämoS die Peloponnefier. nach Mllet, und diese saMmlN'ein daß eS'nicht möglich wäret; Chios zu'Hülfe°-zu kom me'üohne vorher eine Seeschlacht zu liefern,
So ging dieser Winter zu Ende.'"und-damit^das^zwanzigste Jahr'dieses Krieges, den'Thukydides beschrieben hat." ^ .'n
411 v.. Chr. Im folgenden-Sommers sogleich mit Frühlings-Anfang, wurde der Spartiate DerkylidaS mit^'geringev Mackt zu Land<nach dem HelleSpont geschickt um den Abfall von Abydos zu'bewirken. Die Einwohner dieser Stadt sind ein Pflanzvolk der Milesier.' Und gleichzeitig sahen sich die Chier, während AstyochoS unschlüssig war, ob'er ihnei?zu2Hülfe kommen solle, durch die Noth-dcr Belagerung gezwungen, eine Seeschlacht zu wagen.''Sie hatten nämlich, während Aftyöch'os noch in Rhodos stand, von Milet her den Leon/einen Spärtiaten^, der'Mit dem Antisthenes als Schiffssoldat gekommen war, nach des Pedaritos Tod zum Anführer , erhalten und' -mit ihm zwölf Schiffe'^'welche grade vor Milet die Wache'hatten. Darunter waren fünf Thurifche, vier Syrakusanlsche ein Ana'ltischeS. ein Mile'sisch^s und Eines gehörte dem Leon selbst.^ Die Chier"ficlen'mit gesammter Macht auS> besetzten einen« festen Punkt, und'gingen gleichzeitig mit sechsunddrcißig Schiffen den zweiunddreißig athenischen entgegen und lieferten ihnen eine Seeschlackt.,"Der Kampf war sehr erbittert, und'die Chier und ihre Bundesgenossen zogen sich erst spät am Abend nach ihrer Stadt zurück, ohne im Nachtheil.gewesen zu sein.
Danach, sogleich als Derkylidas von Milet her zu Lande erschienen war, fiel Abydos am HelleSpont zu DerkylidaS und Pbar« nabazoS ab, und zwei Tage später auch Lampsakos. Als Strömbi>chides dieß erfuhr, eilte er von Chios mit vierundzwanzig athenischen Schiffen rasch'herbei / unter denen-auch Lastschiffe? waren, welche Schwerbewaffnete führten, und'.da'die Lampsakener'gegen.ihn'auszogen, besiegte-'er sie im Gefecht und nahm daS unbefestigte LampsakoS im ersten Anlauf. Bewegliche Habe und Sklaven-nahm er als Beute mit, die Freien aber setzte er wieder in ihre Häuser und zog dann ab gegen AbydoS/ Da diese'Stadt^fich-aber'weder ergab, noch er sie 44) Bon Milet aus, Vergl. später. trotz wiederholter Angriffe nehmen konnte, so fuhr er nach der Küste 411 v. Chr gegenüber von Abydos, legte eine Besatzung-nach SestoS, det Stadt ans dem Chersonnes, welche früher die Meder-iN Besitz gehabt/Und machte dieselbe zum Beobachtungsplatz für den ganzen'Helleöpont.i b