Hierauf beschlossen die Athener sogleich, den Feldherren unbeschränkte Vollmacht zu erteilen, sich in betreff der Menge der Truppen und des ganzen ZugeS so einzurichten, wie sie eS im Interesse der Athener für geboten hielten. Und nun begannen die Rüstungen; man schickte zu den Bundesgenossen und verzeichnete die dienstfähige Mannschaft im eigenen Lande. Die Stadt hatte sich von der Pest und dem langen Kriege bereits erholt; eS war reichlicher Nachwuchs an junger Mann schaft und infolge der FriedenSjahre wieder Geld genug vor handen, so daß alles leicht beschafft werden konnte. Man rüstete also in Athen zum Kriege.
Zu der Zeit aber wurden in der Stadt den meisten jener viereckigen tseinernen Hermen, wie sie nach LandeSsitte vielfach an den Eingängen der Bürgerhäuser und der Tempel tsehen, in einer Nacht die Gesichter abgeschlagen, und niemand wußte, wer daS getan hatte. Man forschte nach den Tätern, setzte von Staats wegen hohe Belohnungen für die Angeber auS und beschloß zugleich, daß jeder, der um einen anderweit verübten derartigen Frevel wisse und ihn zur Anzeige brächte, straflos bleiben sollte, er sei Bürger, Fremder oder Sklave. Die Sache wurde sehr ernst genommen; denn man glaubte, sie sei von Vorbedeutung für den Feldzug, oder sie hinge mit einer Verschwörung zusammen, die eS auf Verfassungsände rungen und den Sturz der Demokratie abgesehen habe.