Athener: „Bei vernünftiger Überlegung keineswegs. Denn es handelt sich für euch nicht darum, eure Tapferkeit zu be weisen und einen Kampf mit gleichen Waffen ehrenvoll zu bestehen, sondern um Sein und Nichtsein und um die Not wendigkeit, euch einem ungleich Mächtigeren nicht zu wider setzen."
Melier: „Bekanntlich aber ist das Glück im Kriege manchmal auch dem Schwachen günstig, und die Verschiedenheit der beiderseitigen Kräfte gibt nicht unbedingt den Ausschlag. Wenn wir uns gleich ergeben, haben wir überhaupt nichts mehr zu hoffen; greifen wir aber zu den Waffen, so bleibt uns wenigstens die Hoffnung, glücklich durchzukommen."
Athener: „Gewiß, Hoffnung ist ein Trost in der Gefahr, und sie wird dem Mächtigen, der sich auf sie verläßt, wenn auch vielleicht schädlich, aber doch nicht verderblich werden. Wer aber mit ihr, weil sie ihm goldene Berge verspricht, sein alles aufs Spiel setzt, wird erst durch Schaden klug und dann zu spät inne, wie trügerisch sie ist. Euch fehlt die Macht, und euer Schicksal hängt an einem Haar, seht euch also vor, daß es euch nicht auch so geht, und macht es nicht wie der ge meine Mann, der auch da, wo noch menschliche Hilfe möglich ist, wenn er bei einer Krankheit an die bewährten Mittel nicht mehr glaubt, sich auf Wunderkuren nnd dergleichen trügerische Hoffnungen verläßt."