Im nächsten Winter ruhten infolge des Stillstandes die Waffen zwischen den Athenern und den Lakedämoniern. Zwischen den Mantineern aber und den Tegeern und ihren beiderseitigen Bundesgenossen kam es bei Laodikion im Orestischen zur Schlacht, in welcher der Sieg zweifelhaft blieb; denn beide Teile hatten den einen ihnen gegenüberstehenden Flügel ge schlagen. Beide errichteten ein Siegeszeichen und sandten Beutestücke nach Delphi. Nach großen Verlusten auf beiden Seiten machte die Nacht der Schlacht ein Ende, bevor sie entschieden war. Die Tegeer, welche daS Schlachtfeld be haupteten, errichteten sogleich ein Siegeszeichen; die Mantineer aber, die sich nach Bukolion zurückgezogen hatten, taten es später auch.
In demselben Winter, kurz vor Frühlingsanfang, ver suchte Brasidas sich Potidäas zu bemächtigen. Er machte sich bei Nacht an die Stadtmauer und ließ eine Leiter anlegen, was zunächst unbemerkt blieb. Denn bevor die Schildwache, die mit der Glocke die Runde machte und sie weitergeben mußte, auf ihren Posten zvrückkam, hatte man inzwischen die Leiter angelegt. Da es dann aber doch noch früh genug be merkt worden war, ehe jemand hinaufsteigen konnte, zog er noch vor Tagesanbruch mit seinem Heere schleunigst wieder ab. Damit endete der Winter und das neunte Jahr des Krieges, den Thukydides beschrieben hat.i