Aber zumeist, o Phoibos, erfreuet dein Herz sich in Delos, Wo die Jonier sich versammeln in langen Gewändern Mit ihren Kindern zugleich und ihren vortrefflichen Frauen, Um sich in Kämpfen zu messen, in Tanz, Gesängen und Faustkampf,
Dir zur Ehre und Freude allda bei festlichen Spielen. Daß auch Sänger dort um den Preis kämpften und dazu nach Delos zogen, sieht man bei ihm wieder aus einer anderen Stelle in demselben Hymnus. Nachdem er nämlich den delischen Frauenchor befangen, schließt er sein Lied mit folgenden Worten, in denen er auch sich selbst erwähnt:
Auf denn! Erweise sich uns Apollon mit Artemis gnädig. Seid mir alle, ihr Schönen, gegrüßt und denket auch meiner Später noch, wenn etwa künftig einmal ein fahrender Sänger, Den sein Weg nach Delos führt, euch also befragte: Mädchen, wer war denn der lieblichste euch hier unter den Sängern, Wer hat das Herz euch am meisten entzückt von allen, die kamen? Dann erwidert ihm alle zumal aus freudigem Munde: Jener blinde Mann, der da wohnt in der felsigen Chios, So beweist uns Homer, daß schon in alter Zeit auf Delos große Festversammlungen stattfanden. Später haben die Be wohner der benachbarten Inseln und die Athener dort auch noch Umgänge und Opferfeste gehalten; die Kampfspiele aber waren, wie überhaupt das meiste, wohl der schlechten Zeiten wegen abgekommen, bis dann die Athener sie wieder einführten und damit auch Pferderennen verbanden, die früher nicht vor gekommen waren.