Im folgenden Winter trat in Athen die Pest zum zweiten mal auf, die zwar niemals ganz aufgehört, aber doch eine Zeitlang erheblich nachgelassen hatte. Diesmal dauerte sie ein volles Jahr und das vorige Mal zwei Jahre, so daß die Macht der Athener durch nichts mehr geschwächt wurde als durch diese Krankheit; denn von der Mannschaft bei den Fahnen waren ihnen mindestens viertausend Hopliten und dreihundert Reiter, von der übrigen Bevölkerung aber Unzählige daran gestorben. Damals traten auch vielfach Erdbeben ein, in Athen, auf Euboia, in Böotien, besonders dem böotischen Orchomenos. -
Die Athener in Sizilien und die Rhegier unternahmen in diesem Winter mit dreißig Schiffen einen Zug nach den Aolischen Inseln, was im Sommer Wassermangels wegen nicht möglich war. Diese Inseln werden von Liparäern, knidischen Kolonisten, bebaut, die jedoch nur eine ziemlich kleine, namens Lipara, bewohnen, von wo aus sie auch die übrigen, Didyme, Strongyle und Hiera, bebauen. Die Leute dort glauben, auf Hiera sei die Schmiede des Hephaistos, weil man des NachtS eine Feuersäule und bei Tage Rauch von der Insel aufsteigen steht. Die Inseln liegen dem Lande der Sikeler und der Messenier gegenüber und waren damals mit Syrakus verbündet. Die Athener verwüsteten die Felder und fuhren darauf, da die Einwohner sich nicht ergeben wollten, nach Rhegion zurück. Damit endete der Winter und das fünfte Jahr deS Krieges, den Thukydides beschrieben hat.